Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2018

Rechtliche Risiken

Hinsichtlich der Angaben zu den rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns verweisen wir auf die Darstellung in Anhangangabe „Rechtliche Risiken“ im Bayer-Geschäftsbericht 2017. Der Bayer-Geschäftsbericht 2017 steht unter www.bayer.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Seit diesem Geschäftsbericht hat es folgende wesentliche Veränderungen im Bereich der rechtlichen Risiken gegeben:

Mirena™: Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer US-Klagen von etwa 3.100 Anwenderinnen von Mirena™ zugestellt. Mirena™ ist eine Hormonspirale zur langfristigen Verhütung. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von Mirena™ habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus, ektopischen Schwangerschaften oder idiopathischer intrakranieller Hypertension, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer etwa 480 US-Klagen zugestellt, in denen die Klägerinnen eine Erkrankung an idiopathischer intrakranieller Hypertension geltend machen.

Im April 2018 wurde die Rahmenvereinbarung (sog. Master-Settlement-Agreement) über den Vergleich aller Perforationsfälle für einen Gesamtbetrag von 12,2 Mio. USD unterzeichnet. Bayer kann von diesem Vergleich zurücktreten, wenn weniger als 98 % der Berechtigten am Vergleich teilnehmen. Nach Stand vom 13. April 2018 wären von diesem Vergleich etwa 4.100 Fälle erfasst.

Xarelto™: Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer US-Klagen von etwa 23.200 Anwendern von Xarelto™ zugestellt, einem oralen Gerinnungshemmer zur Behandlung und Prävention von Blutgerinnseln. Die Kläger tragen vor, die Anwendung von Xarelto™ habe zu Gesundheitsschäden wie beispielweise zerebralen, gastrointestinalen sowie anderen Blutungen und Todesfällen geführt, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer zehn kanadische Klagen im Zusammenhang mit Xarelto™ zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird.

Essure™: Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer US-Klagen von etwa 16.800 Anwenderinnen von Essure™, einem Medizinprodukt zur permanenten Verhütung ohne operativen Eingriff, zugestellt. Die Klägerinnen machen Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit Essure™ geltend, wie beispielsweise Hysterektomie, Perforation, Schmerzen, Blutungen, Gewichtszunahme, Nickelallergie, Depression oder ungewollte Schwangerschaft, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Bis zum 13. April 2018 wurden Bayer zwei kanadische Klagen im Zusammenhang mit Essure™ zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird.

Sammelklagen zu Neonikotinoiden in Kanada: Im Februar 2018 hat ein Gericht in Quebec dem Antrag der Kläger auf Zertifizierung einer Sammelklage stattgegeben. Bei den Klägern handelt es sich um Honigproduzenten aus Quebec, die Schadens- sowie Strafschadenersatz verlangen und behaupten, Bayer und ein weiterer Produzent von Pflanzenschutzmitteln hätten in Bezug auf die Konzeption, die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb neonikotinoidhaltiger Pestizide fahrlässig gehandelt.

Betaferon™ / Betaseron™: Seit 2010 streiten Bayer und Biogen Idec MA Inc. in den USA über die Wirksamkeit eines der Firma Biogen erteilten Patentes, und ob dieses Patent mit Produktion und Vermarktung von Betaseron™ durch Bayer verletzt wird. Betaseron™ ist ein Bayer-Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose. Am Ende eines Gerichtsverfahrens über Ansprüche von Biogen gegen EMD Serono, Inc. und Pfizer Inc. wegen Verletzung desselben Patentes entschied ein Geschworenengericht im Februar 2018, dass das Patent von Biogen ungültig ist. Biogen hat die Entscheidung der Geschworenen angefochten. Wird die Entscheidung der Geschworenen nicht aufgehoben, kann Biogen seine Ansprüche gegen Bayer nicht durchsetzen.

Vergleich zum Vorjahr